Stimmen

Langsamer Schallwandler

[…] Was ist hier reine Spielerei, was hat Bedeutung und welche? Diese Gedichte verweigern eine einfache Antwort – was ein genuines Recht von Poesie ist. Vielmehr fordern sie heraus, eigene Lesarten zu finden, für sich Wortbilder und Metaphern zu entdecken, die haften bleiben wie der Schallwandler. Unter der Überschrift «Beischaltung einer Instanz» erhält dieser Titelgeber […]

Sprache als Versuch einer Reaktion, eines Verbindungsaufbaus – in den Gedichten von Vera Schindler-Wunderlich komme ich mir zeitweise wie in einem Labor vor: jeder Satzteil wie die entnommene Probe eines bisher unbekannten Stoffs, den man mit anderen Stoffen frei, und gleichsam kontrolliert, reagieren lässt. Mehr auf @brandt_timo

Vera Schindler-Wunderlich hat mit ihrem dritten Lyrikband Langsamer Schallwandler ein fulminantes Sprachangebot vorgelegt. […] Schon die erste Strophe des ersten Gedichts Ja wenn wir Summen ist dynamisch, voller Geheimnis und besticht mit Neologismen: „Wir fingen uns zur Zeit der reifen, roten / Luft, der langen Landebahnen, / waren Tulpenerfinder, Prachtleser, schrieben: / Hier beginnt das Buch […]

Was für ein feuriges, tiefgründiges, besonnen-versonnenes Buch mit dem Titel Langsamer Schallwandler!Was für schräge, klare und warmherzige Gedichte, voll Phantasie und Biss.

Die Gedichte dieses Buches […] führen eine Art Selbstgespräch. Sie befragen die Möglichkeiten der Dichtung: Wie verändern sich die Darstellung und Wahrnehmung der Welt, wenn eine Zeile kippt? Oder wenn die Zeilen sich in Wellen auf und ab bewegen? Oder wenn Einrückungen und unterschiedliche Schriftarten miteinander ins Gespräch kommen? […]Sie erzählen von einer Hochzeit, dem […]

[…] Vera Schindler-Wunderlich nimmt den Schall aus allen Lebensbereichen auf und formt ihn, setzt Sprünge und Kontrapunkte, die grafisch und akustisch erfahrbar sind. Wir begegnen der Komplexität menschlicher Empfindungen im Spiel mit Mehrdeutigkeiten, wie zum Beispiel in Morgenkater, auch wenn: «Wie ein weicher Lockruf an die Finger, ein / ‘Fass mich an’ (sag: ‘Hm?’ zu […]

Um poetische Schallwellen zu erzeugen, setzt Vera Schindler-Wunderlich besonders beharrlich auf Genauigkeit. […] Dabei bietet die 1961 in Solingen geborene Dichterin auch eine beachtliche sprachliche und thematische Vielfalt. Die Pandemie („im Jahr des Abstands“) und Kriege („Rufen und rufen“) finden ihren Niederschlag, eine Tochter-Mutter-Beziehung zwischen Hoch- und Niederrhein. Oder es geht im Alltagskleinklein um die […]

[…] Wir fingen uns zur Zeit der reifen, roten / Luft, der langen Landebahnen, / waren Tulpenerfinder, Prachtleser, schrieben: Hier beginnt das Buch der Funken. Ja, das ist es: ein Buch der Funken, ein funkensprühendes Sprachkunstwerk. Verse, oft als Brücken gebaut, um schlafwandlerisch sicher über die Abgründe des hinterhältigen Alltags zu wandeln: Nein, ohne den […]

Vera Schindler-Wunderlich hat bisher zwei sehr beachtete Lyrikbände vorgelegt mit Gedichten, die sich ähneln in ihrem starken lyrischen Duktus. Nun hat sich ein Schallwandler in ihre Poesie hineingeschoben, es ergibt sich ein neuer Ton. Die dezidiert und sicher gesetzten Überschriften ihrer Gedichte klingen, als würden sie noch einmal ins Visier holen wollen, was in der […]

Da fiel ich in deine Gebäude

  »viceversaliteratur.ch« »Schindler-Wunderlich feiert das überraschend Evokative in ihren Gedichten, indem sie präzise beschreibt und zugleich das Beschriebene bedeckt hält. ›So wird‘s erzählt (wir hoffen, / dass es stimmt)‹.Wie ließe sich über Politisches, Amtliches, Öffentliches dichten? Vera Schindler-Wunderlich gibt darauf Antwort auf eigenwillige Weise mit zuweilen verblüffenden Bildern. In ihren rund 50 Gedichten fallen zumindest dem […]

»Wer in den Gedichten von Vera Schindler-Wunderlich liest, wird belohnt mit einem Ausflug in eine reiche Wörterwelt. Wörter verändern sich, spielen mit ihren eigenen Mutationen und mit der Vorstellungskraft des Lesers. Wie in einem Spiegelkabinett scheinen Bilder plötzlich verwandelt, erschreckend oder erfreulich, man kann sich nicht sicher sein. Und wie bei einem Gang durch das […]

»›Seetüchtig oder ländlich?‹ Vera Schindler-Wunderlich legt eigenwillig verrätselte Gedichte vor. Ein wahres Kontrastprogramm hat sich diese Autorin vorgenommen. Im realen Leben arbeitet die 1961 geborene Vera Schindler-Wunderlich als Redaktorin und Protokollführerin des eidgenössischen Parlaments. Als Dichterin schreibt sie eine Lyrik, die sich ungemein spielerisch gebärdet. Zwar geraten ab und zu Vokabeln aus der Terminologie der […]

Ihr erstes Buch, der Gedichtband Dies ist ein Abstandszimmer im Freien, machte Vera Schindler-Wunderlich auf einen Schlag bekannt. Vom Bundesamt für Kultur wurde sie dafür 2014 mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet.Nun legt die Autorin ihren zweiten Lyrikband vor. Sie dürfte damit bestätigen, was ihr Debüt schon erkennen ließ: dass sie ein ungemein feines Gehör und Gespür […]

Dies ist ein Abstandszimmer im Freien

»Genuin und gelehrt kommen die Gedichte von Vera Schindler-Wunderlich daher: vor allem aber schwungvoll. Rhythmus und Treffsicherheit prägen ihre Verse; sie erzählen Geschichten, die uns wie Bilder- und Worträtsel begegnen. Zeichen und Wunder. Solche Rätsel wollen aufgeschlüsselt sein. Nach und nach geben sie Teile von Sinn preis, voller Ernst und – auch – Humor. Sprachspiel […]

»Der Gedichtband, aus dem Vera Schindler-Wunderlich heute liest: Dies ist ein Abstandszimmer im Freien, ist ihr Debüt als Lyrikerin – und gleich mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet?Sie staunen – aber Vera Schindler-Wunderlich ist seit Jahren als Lyrikerin in Erscheinung getreten, hat unter anderem Mehrfach im Jahrbuch der Lyrik publiziert und sie war Redaktorin der Literaturzeitschrift orte.Sie werden […]

»… Gedichte, die virtuos und forsch politisches Geschehen mit literarischen Reminiszenzen verbinden, die ihre Motive aus dem Alltag wie aus den imaginären Räumen gleichermassen gewinnen.«

»Vera Schindler-Wunderlich ist … Meisterin einer musikalischen Sprache, die den Drive eines Shakespeare-Sonnets, Fragmente aus Homers ›Ilias‹, Luthers ›Tischreden‹ und der ›Apostelgeschichte‹ souverän verkuppelt. (…) In der Schweiz lebend, erfreut sie sich an … Begriffen wie ›Abstandszimmer‹, [ein Begriff,] der auch im Titel ihres jüngsten Gedichtbandes zu finden ist: ›Dies ist ein Abstandszimmer im Freien‹. […]

»Cast a cold eye, on life, on death, horseman, pass bye!(William Butler Yeats) Auf Anhieb treten sie heraus aus dem eifrigen Parlando der gegenwärtigen Lyrik: sie bleiben positioniert, die Gedichte der Vera Schindler-Wunderlich. Weite Horizonte, phantastische Meere, Himmelserkundungen, submarine und erdverbundene Sammelsurien stürzen ins Logbuch der Schreiberin. Ihre Belange verschiffen ausgehorchte Worte in einen Strom von Sprache […]

Die Rede, die Lioba Happel anlässlich der Buchpräsentation hielt, auf Theo Breuers Blog

»Das Abstandszimmer eröffnet den Lesern ein wunderbares Abstandszimmer, das gleichzeitig von jener feinstrukturierten permeablen Haut geschützt wird, die gute Gedichte gegen den Blablastrom aufspannen – und dabei dennoch offen bleibt für weite Ausblicke.Besonders intensiv ist im ersten Teil des Buchs die Dringlichkeit des Sprechens (Sprechen-Müssens) zu spüren, wo das Ungenießbare und Unbeantwortbare – Gewalt und Ignoranz, zwischenmenschliche […]