Franco Supino an der Eröffnung der 36. Solothurner Literaturtage, 29. Mai 2014

»Der Gedichtband, aus dem Vera Schindler-Wunderlich heute liest: Dies ist ein Abstandszimmer im Freien, ist ihr Debüt als Lyrikerin – und gleich mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet?
Sie staunen – aber Vera Schindler-Wunderlich ist seit Jahren als Lyrikerin in Erscheinung getreten, hat unter anderem Mehrfach im Jahrbuch der Lyrik publiziert und sie war Redaktorin der Literaturzeitschrift orte.
Sie werden nicht mehr über die Auszeichnung staunen, wenn Vera Schindler-Wunderlichs Texte gehört haben: Hier ist jemand mit allen literarischen Wassern gewaschen, ohne sich hinter Gelehrsamkeit und Verweisen zu verstecken. Hier nimmt sich jemand den unfassbaren Augenblick vor, ohne den alles andere verschwindet. Es gibt nicht das Prinzip hinter den Gedichten von Vera Schindler-Wunderlich. Ausser vielleicht, dass sie alles, was Poesie vermag – Klang, Rhythmus, Bilder- und Worträtsel – zur Hand hat.«