[…] Was ist hier reine Spielerei, was hat Bedeutung und welche? Diese Gedichte verweigern eine einfache Antwort – was ein genuines Recht von Poesie ist. Vielmehr fordern sie heraus, eigene Lesarten zu finden, für sich Wortbilder und Metaphern zu entdecken, die haften bleiben wie der Schallwandler. Unter der Überschrift «Beischaltung einer Instanz» erhält dieser Titelgeber eine metaphorische Bedeutung, die auf die Lektüre abfärbt: «Das Herz / ist Schallwandler, Kammer, bedenklicher Renner –». […]
Vera Schindler-Wunderlich variiert ihre Lyrik formal und bringt ihren Schall neu zum Schwingen. Dabei behält sie den sprachkritischen Gestus, der sich in ihren ersten beiden Bänden gern auf öffentliche, behördliche Verlautbarungen bezieht, weiterhin bei. Die verfremdende Sprechstörung («Kkann ichh nicht spre?»), das überraschende Wort («par(le) / la-ment» ), die Lautmalerei («Feinstes Schein-Geschrei») sind die Pforten, durch die die Lektüre hier Eingang findet. […]
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